Tasting-Notes

  

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Neu ab 2017 findet ihr auf dieser Seite in unregelmäßigen Abständen Whiskyvorstellungen die entweder von unseren Teilflaschen stammen,

oder von Whiskys von denen ich Samples erhalten habe. Dies ist keine Bewertung mit Punkten, sondern eine rein subjektive Beschreibung

wie ich diesen Whisky eschmeckt habe. Es sind also keine professionellen "Whisky in seine Bestandteile Zerlegungen", sondern (in der Regel

unverdünnt) über 1-2 Stunden erschmeckte, persönliche Beschreibungen. So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Und im besten Falle Hilfe zu

einer Kaufentscheidung. Geschmacksempfinden hängt wie ihr wisst, auch immer von der Tagesform, was man gegessen, oder ob man vorher

einen andern Whisky getrunken und vielen anderen Faktoren ab. Falls ihr den gleichen Stoff probiert habt, würde ich mich über Rückmeldungen

freuen, was ihr so erschmeckt und erriecht habt.

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2017 April

DINGLE   Triple Distilled Irish Whiskey

 Nun also die korrigierte Variante, nachdem die erste Flasche ein "Korker" war...

Abfüller: OA

Alter: ca. 4 Jahre

Destilliert: 2013 / Abgefüllt 2017

Alc: 46,5%

Fass: Bourbon Casks

Kaltgefiltert: nein / Gefärbt: keine Angabe

 

Nase:

Erster Eindruck ist ein kräftiger zitroniger Schwall. Typische Bourbonnoten, zartes Holz und leichte Süße sowie Fruchtigkeit

steigt aus dem Glas. Angenehm Alkoholisch.

 

Gaumen:

Wieder Zitronen, die sich zu Zitronengras wandeln. Malz. Ein klein wenig altes Holz. Vanille, Butterkekse! Sehr sehr schön sämig

steht er im Mund. Läuft wunderbar weich den Gaumen runter.

 

Abgang:

Relativ kurz. Was etwas bleibt, ist die Sämigkeit und süßes Holz. (und nach 15 min tauchen auch wieder die Kekse auf)

 

Fazit:

Dies ist der "First Small Batch Release" aus der sympatischen Brennerei von der Dingle Halbinsel. Die erste neue Destille seit

mehr als 100 Jahren auf der grünen Insel.  Ich hätte ihn eher älter als 4 Jahre geschätzt. Das Bourbonfass ist durchaus rauszuschmecken. Die Fasstärkeausgabe dieses

Whiskeys war leider nicht mehr aufzutreiben, der höhere Alkohlgehalt wäre interessant gewesen. Das ist für einen so jungen Stoff ein toller Whisky. Im fehlen fast

komplett die Noten die einem den Spaß an jugendlichen Whiskys oft verderben. Kein bisschen rass, nichts metalisches, nicht zu viel Getreide. Man darf gespannt sein was

da noch folgt.

 

Erhältlich ist dieser Whiskey:

gar nicht mehr! Oder mit Glück mal von Privat. Gabs für 65.-€

 

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2017 Februar

 

Isle of Jura

Abfüller: Privatfass für Michael "Whiskybaron" Redel

Alter: 22 Jahre

Destilliert: 03.03.1993 / Abgefüllt Oktober 2015

Alc: 47,8%

Fass: Refill Sherry Cask

Kaltgefiltert: Nein / Gefärbt: Nein

 

Nase:

Erster Eindruck ist eine kräftige Fruchtigkeit mit einer eher dezenten Sherrynote. Malz, Heu und Grünzeug.

 

Gaumen:

Die 47,8% kommen kräftiger als gedacht! Trockenheit und Fruchtigkeit halten sich die Waage. Ein klein wenig Metall

und Malzigkeit lassen ihn jünger als 22 Jahre wirken. Und dann ist da noch ein Aroma, dass mich an Kräutersalz erinnert.

Mit der Zeit schleichen sich (Hasel?) Nüsse auf die Zunge. Und dann kommt doch noch der Sherry durch.

 

Abgang:

Eher Mittellang. Auf der Zunge bleibt sehr trockenes und salziges, sowie ein Rest Fruchtigkeit.

 

Fazit:

Das Refill Sherrycask erklärt wohl die eher zurückhaltenden typischen Sherryaromen. Dieser Stoff wird also nicht zugekleistert,

da ist ein Whisky darunter! Diesen Dram kann man sich den ganzen Abend "ertrinken", man entdeckt immer Neues. Er ist nicht extrem komplex, aber breit genug dass

er Spaß macht. Der hier ist anders. Trocken vorallem - und salzig! Im Gegesatz zu meinen Whiskykumpels, hab ich keine "Salzschmeckerzunge" und konnte in kaum

einen anderen Whisky jemals Salzigkeit ausmachen. Hier allerdings schon. Ein sehr schöner, hochinteresanter Stoff. Mit Zeit und Luft wird er immer besser! Die Zugabe

von Wasser kann ich nicht empfehlen. So ist er geanu richtig. Besonders macht ihn auch die Tatsache, dass die Originalabfüllungen von Jura fast alle gefärbt sind. Diese

Unsitte brauchts aus dem Privatfass natürlich nicht. Auch von unabhängigen Abfüllern ist er gar nicht so oft zu bekommen. 

 

Erhältlich ist dieser Whisky nur bei:

Whisky Baron

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2017 Januar

  Ardmore  "Very Cloudy"

  Abfüller: Signatory (Vintage)

  Alter: 8 Jahre

  Destilliert: 24.06.2008 / Abgefüllt: 16.11.2016

  Alc: 40%

  Fass: Bourbon

  Kaltgefiltert: Nein / Gefärbt: Nein

 

  Nase:

  Für 40% steigt eine auffallend kräftige Alkoholnote aus dem Glas. Sofort ist Zitrone zu erriechen die in Zitronengras übergeht.

  Schöne leichte Fruchtigkeit von überwiegend grünen Früchten. Hier ist nichts dunkles drinn. Minimal Vanille.

  Gaumen:

  Wieder das Zitronengras. Schöne leichte Schärfe, aber nicht alkoholisch, sondern eher Pfeffer. Das Zitronengras lässt nicht locker

  und vermischt sich zu, jawohl, Zitronenpfeffer! Die Vanille ist verschwunden, dafür kommt mit der Zeit und etwas Luft eine

  parfümierte, kräutrige Note ins Spiel, die mich an (mein) Rasierwasser erinnert. Sämig, fast ein wenig fettig wie Mascarpone

  und ganz leicht adstringierend liegt er auf der Zunge.

  Abgang:

  Eher kurz. Es bleibt aber ein sämiges, grieseliges Gefühl eine ganze Weile auf der Zunge liegen.

  Fazit:

  Das ist ein lecker Tropfen, keine Frage. Etwas zu verdünnt, geht aber in diesem Fall auch nicht anders wenn er trübe bleiben soll.

  Ich bin mir aber ziemlich sicher dass bei einer Blindverkostung wohl kaum jemand die Trübung herausgeschmeckt hätte. Einzig

  das sehr cremig/grieselige Mundgefühl könnte man vielleicht den Ölen und sonstigen Stoffen zuschreiben die ungelöst in der Brühe

schwimmen. Unterschreiben möchte ich das aber nicht. Die leichte Rauchigkeit, laut der Beschreibung, kann ich nicht entdecken.  Für durchschnittlich 38-40.-€ ein feiner

bezahlbarer Whisky! Witzig und dazu ein seltener Hingucker ist er in jedem Fall.

                                                       Zusatz:

Hab ich mich eigentlich schon immer geärgert über die Kältefilterei, so hab ich nun verstanden...... Ich weiß jetzt warum zumindest den Massenwarenstandards mit 40

und 43 % die auch im Supermarkt zu finden sind, die Trübstoffe entzogen werden. Mann ist so derartig geeicht, dass ein Whisky (bis auf die Farbe) klar zu sein hat,

dass dieser Stoff im ersten Moment einfach gruselig daherkommt. Im besten Falle sieht er aus wie naturtrüber Apfelsaft, im schlimmsten Falle stelle ich mir Urin so vor,

wenn man sich was eingefangen hat. Vermutlich alles eine Sache der Sehgewohnheit. Es gibt noch eine ganze Reihe von Signatory Cloudy-Abfüllungen, die aber in

Deutschland kaum zu bekommen sind. In Frankreich sind sie aber zu finden. Wer noch ein paar Tage Geduld hat, die Franzosenabfüllungen sind auf dem Weg zu mir

und ich werde sie als Sixpack a 10cl versampeln... :-)

 

Erhältlich ist dieser Whisky u.A. bei:

Lokale Händler:

Celtic Whisk(e)y (Nbg) 39,95.-

Online: (evtl. +Versandkosten)

The Whisky Store 37,95.-

The Home of Malts 37,90.-

 

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2017 Januar

  Glenturret 1977

  Abfüller: Alambic Classique

  Alter: 37 Jahre

  Destilliert: 1977 / Abgefüllt: 2015

  Alc: 46,5% Fassstärke

  Fass: Bourbon

  Kaltgefiltert: Nein / Gefärbt: Nein

 

  Nase:

  Erster Eindruck ist eine dicke Fruchtigkeit mit Bitterorangen. Leder taucht auf und man erahnt das Wachs mit dem es eingerieben wurde.

  Karamellplätzchen die es gerade erst zu Weihnachten gab, rieche ich heraus. Dazu gesellen sich allerlei Gewürze (Thymian?) die schon  

  leicht verholzt sind. Der Alkohol steht extrem angenehm im Glas. Das dies kein junger Malt ist, ist leicht zu entdecken.

  Gaumen:

  Auf der Zunge wiederholen sich die Aromen aus der Nase. Zusätzlich zur Fruchtigkeit steht er erstaunlich trocken und bitter auf

  der Zunge. Aus den Gewürzen schält sich langsam der Geschmack von Piment heraus. Dezente Vanille schleicht sich rein.

  Abgang:

  Eher mittellang. Und da taucht er wieder auf. Verholzter Thymian. So riechen die Fingerspitzen, wenn man einen frischen Zweig aus

  dem Kräuterbeet im Garten abknickt.

  Fazit:

  Manch ältere Whiskys aus den 70´ern (und früher) haben einen als "Old Style" beschrieben Einschlag. Ich verbinde damit eine leichte 

  Muffigkeit und so was wie feuchten Pappkarton. Klingt schlimm, ist aber toll! All das hat der Glenturret eher wenig, schwingt aber

  trotzdem immer leicht mit. Es ist ein klasse Whisky, ich finde in aber nicht 100%ig rund. zum Spitzenschnaps fehlt im letzendlich

das quäntchen Ausgewogenheit. 300.- ist ne Menge Geld und muss sich unsereins immer gut überlegen. Ist aber das was man inzwischen mindestens hinlegen muss für

einen 37jährigen Stoff. Da langen andere noch sehr viel kräftiger hin. So gesehen ist der Preis auch wieder völlig in Ordnung.

 

Erhältlich ist dieser Whisky u.A. bei:

Lokale Händler:

The Whisky Lounge (Herlodsberg) ca.300.-

Scotch Broth (Fürth) ca.300.-

Online: (evtl. +Versandkosten)

Whisky-Europa 289,00.-

Brühler Whiskyhaus 298,90.-

Whisky Doris  299.-

Cognac Paradies 299.-

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